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vom 1. bis 6. Oktober 2013
Ich kenn' keinen - Allein unter Heteros

ich_kenn_keinen
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Jochen Hick, Deutschland 2003, 35mm, DF, 100 Min.
Nicht immer ist die Flucht in die Großstadt die einzige Möglichkeit. Und so begab sich der Filmemacher Jochen Hick (SEX/LIFE IN L.A., zu sehen in unserem VORSPIEL) diesmal in die tiefste schwäbische Provinz, um vier eigenwillige „schwule Landeier“ zu portraitieren.

Vielleicht hat Schwulsein in der Großstadt einen Status von Normalität erreicht. Auf dem Lande wird Normalität anders definiert. Normal sein heißt hier: Mann, Frau, Kinder, Kleinfamilie. In der Provinz wird die „schwule Sau“ noch öffentlich benannt. Da schämen sich Mütter, wenn der Sohn keine Freundin mit nach Hause bringt.

Hartmut, Richard, Stefan und Uwe sind schwule Männer aus der Provinz. Mit kleinen Fluchten nach Berlin, Zürich oder Thailand (und sogar Karlsruhe!) unterbrechen sie regelmäßig ihr Leben auf dem Land. Dass ihr Lebensstil von den heterosexuellen Bekannten und Freunden aus dem Kirchenchor und vom Stammtisch mit starken Sprüchen begleitet wird, haben die vier zu ertragen gelernt. Jochen Hick betrachtet seine Protagonisten durch die Augen ihrer heterosexuellen Umwelt, und die nimmt beileibe kein Blatt vor den Mund. Das ist manchmal ganz schön krass, da bleibt das Lachen schon mal im Halse stecken.

Jochen Hick ist es einmal mehr gelungen, eine große Nähe zu seinen Protagonisten herzustellen, die uns mit erstaunlicher Offenheit durch ihren nicht ganz einfachen Alltag führen. Nicht nur das Publikum der Berlinale war begeistert von dieser bitterkomischen und durch und durch ehrlichen Dokumentation. Für ICH KENN KEINEN – ALLEIN UNTER HETEROS gab’s 2003 den Teddy!