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vom 30. September bis 5. Oktober 2013
Born in Flames

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Lizzie Borden, USA 1983, 16 mm, dt.UT, 90 Min.
Zehn Jahre nach einer friedlichen demokratisch-sozialistischen Revolution in den USA - wohlgemerkt wir befinden uns in der (nahen?) Zukunft: Vieles hat sich geändert, nicht jedoch die patriarchalen Grundstrukturen. Deshalb sind es erneut die Frauen, die zuerst bezahlen müssen für die Folgen der aufkommenden Wirtschaftskrise. Viele fühlen sich verraten.

In geradezu dokumentarischen Bildern verfolgt Lizzy Borden die Etappen ihres Widerstandes. Und so unterschiedlich wie die Frauen sind ihre Positionen und ihre Mittel und Wege: Ob das nun weiße Mittelstandsintellektuelle sind oder ein von Afro-Amerikanerinnen betriebener Piratensender, Heteras oder Lesben, oder die „Armee der Frauen“, die sich zum Angriff auf das System entscheidet. Alle Gruppen und Positionen bleiben in der gebrochenen Erzählstruktur des Films gleichwertig nebeneinander stehen.

Lizzy Borden gelingt mit diesem Film ein kleines Kunststück - er ist beides: Dokument und Utopie zugleich. Er geht aus von der feministischen Bewegung und ihren Strukturen während der 70er Jahre, und blickt insofern zurück. Aber er wagt auch einen Ausblick auf eine Zukunft, in der sich Frauen trotz dieser Strukturen, trotz ihrer kulturellen, sozialen, ethnischen und sexuellen Unterschiede für ihre Ziele gemeinsam engagieren.

Ein echter feministischer Klassiker - immer noch packend und immer noch aktuell!