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17. lesbisch-schwule Filmtage Karlsruhe

vom 5. bis 10. Oktober 2010

Sens interdits
Dienstag, 29.9.; 19:30 Uhr

Sumeya Kokten | Belgien 2008 | 35mm | dt. & engl. UT | 84 Min.
Wenn Jennifer und Selin sich lieben, dann heimlich, an abgeschiedenen Plätzen, zur Not per Telefon. Für die resolute Polizistin Jennifer kann das kein Dauerzustand sein: Sie möchte endlich mit ihrer Freundin zusammenziehen. Selin aber kann nicht aus ihrer Haut: Als türkische Muslimin soll sie zu Hause wohnen bleiben, bis sich ein passender Ehemann für sie gefunden hat. Sie traut sich nicht, ihrer streng gläubigen Familie die Wahrheit zu sagen.

Den Stein ins Rollen bringt Kadir, ein Kumpel ihres Bruders, als er bei den Eltern um Selins Hand anhält. Hin- und hergerissen zwischen den Zwängen ihrer traditionellen Erziehung und den Gefühlen für Jennifer, scheint sie sich letzlich doch ihrem Schicksal zu ergeben. Eine Heirat von Selin und Kadir ist für Jennifer auch deswegen ein Grund zur Sorge, weil sie gerade gegen Kadir als Kopf einer Drogenbande ermittelt.

Die Regisseurin Sumeya Kokten hat selbst türkische Wurzeln und arbeitet bei der belgischen Polizei. Ihr Jahresurlaub musste dafür reichen, diesen großartigen Debütfilm zu drehen, in dem neben der Liebesgeschichte noch eine Vielzahl kleiner Episoden zu finden sind, die ganz unterschiedliche Lebensentwürfe türkischer Frauen in Belgien vorstellen. SENS INTERDITS ist ebenso Romanze, Sozialdrama und Krimi wie ein leidenschaftliches Plädoyer für Toleranz und Respekt.
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