Ezra lebt mit seinem Freund Salim in Jerusalem. Salim kommt aus Ramallah, hat kein Aufenthaltsrecht und lebt deswegen wie unter Hausarrest ausschließlich in Ezras Wohnung. Salim berichtet, wie er von Polizei und Militär drangsaliert und gedemütigt wurde, als Schwuler wie auch als Araber. Ezra will sich mit den Verhältnissen nicht abfinden und gibt eindrückliche Beispiele für Zivilcourage ab: In Begleitung der Kamera fährt er zum Beispiel durch das Westjordanland, immer wieder vorbei an Kontrollpunkten. Auf Ezras provozierende Fragen nach dem Sinn und Zweck ihres Tuns können die jungen Soldaten eigentlich nie eine sinnvolle Antwort geben.
Die Israelin Edit und die Palästinenserin Samira, das zweite portraitierte Paar, haben sich auf einer Demonstration gegen die israelische Besatzung kennengelernt. Sie sprechen viel davon, wie die Politik in ihr Leben und ihre Beziehung eindringt. Edit mit latenten Schuldgefühlen, und Samira immer wieder konfrontiert mit der Trennung.
Am Ende des Films drängt sich die Frage auf, was aus den zionistischen
Träumen der Großeltern geworden ist. Dieser Dokumentarfilm nimmt
das Publikum mit auf eine Reise durch die komplexen Lebensumstände lesbischer
und schwuler Isrealis und Palästinenser, die sich lieben. ZERO DEGREES
ist zwar parteiisch, aber auch ein Plädoyer für den Frieden: "Wenn
eine Liebesbeziehung sich über die Grenzen des Konflikts entwickeln kann,
vielleicht gibt es dann auch Hoffnung für andere." (Elle Flanders)




