Orte & Preise | Studio 3 | Impressum
vom 30. September bis 5. Oktober 2013
Saving Face

saving_face
saving_face
saving_face
saving_face
Alice Wu, USA 2004, DVD, dt. UT, 91 Min.
"Ma" ist schwanger. Und das ohne Mann! Jetzt sitzt sie auf der Straße, denn ihr Vater hat sie rausgeschmissen. "Ma" steht tatsächlich für Mama; sie ist verwitwet, 48 Jahre alt und plötzlich eine Schande für die Familie, denn alleinstehende schwangere Frauen sind in der chinesischen Gesellschaft New Yorks überhaupt nicht gern gesehen. Schon gar nicht, wenn sie den Namen des Erzeugers partout nicht rausrücken wollen. Die einzige Zuflucht in der Not bleibt ihre Tochter Wil. Doch diese hat als erfolgreiche Chirurgin schon genug um die Ohren und ist über ihre neue Mitbewohnerin wenig erfreut. Jetzt soll sie auch noch, möglichst rechtzeitig vor der Geburt, die Mama an den Mann bringen, die bislang immer Junggesellen für ihre Tochter angeschleppt hat.

Die Mutter fühlt sich fremd in Manhattan, das sie als mittleren Kulturschock erlebt. Eine Katastrophe ist für sie aber die Nachricht, dass ihre Tochter lesbisch ist. Wil hat sich vor kurzem ausgerechnet in die bildschöne Tochter ihres Chefs verknallt. Und die drängt sie nun, endlich mit dem ewigen Versteckspiel Schluss zu machen, jetzt wo die Reputation der Familie ja eh schon zerstört ist.

SAVING FACE erscheint wie die Komödie eines ausgebufften Routiniers: detailreich und treffsicher, ebenso liebevoll wie unbarmherzig. Es ist aber der erste Film von Alice Wu, die vorher Software programmierte. Vielleicht muss man ja so jung und unverkrampft sein, um dermaßen frech eine konservative Gesellschaft zu sezieren.