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17. lesbisch-schwule Filmtage Karlsruhe

vom 5. bis 10. Oktober 2010

Werte Filmfreundinnen, liebe Cineasten,

„Was würden Sie mitnehmen, wenn…?“ – Die berühmte Inselfrage zu beantworten, fällt uns gar nicht schwer: Wir brauchen unser Publikum, einen Projektor und viele gute Filme. Vielleicht noch ein bisschen Verpflegung in fester und flüssiger Form, schon kann das Festival über die Bühne – pardon – Leinwand gehen. MYSTERIOUS ISLANDS, der Titel unseres Eröffnungsabends, scheint das Motto der Filmtage zu sein: Ein Kino-Provisorium irgendwo am Stadtrand, noch dazu innerhalb der dicken Mauern des Schlachthof-Areals, das queere Filmschaffen da, wo es einst herkam, Hinterhöfe als locations, Hinterzimmer als „Kinos“.

Die einstigen homosexuellen Randgruppen sind inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angelangt, zumindest in weiten Teilen Europas, ein bisschen auch in Karlsruhe. Genauso werden heutzutage ehemalige Schlachthöfe gemeinhin als Stätten unkonventionellen Kulturschaffens wahrgenommen, sogar in Karlsruhe, wo freie Vereine und Privatpersonen ganz langsam jenes Gelände erobern. Wir freuen uns daher auf das Gastspiel in der Alten Fleischmarkthalle, von wo aus wir uns einen freien und unverstellten Blick auf den Horizont erwarten, ganz so wie auf der einsamen Insel.

Unser Programm lädt mit rein zufälligen Bezügen zu vielen neuen Entdeckungen abseits gewohnter Reiserouten ein: Wer sich für DIE SINGENDE NONNE interessiert, muss der Vollständigkeit halber auch einen Blick auf den Orden der Perpetuellen Indulgenz werfen, den wir in dem Film DIE SCHWESTERN vorstellen. In ländlicher Umgebung sind zwei Coming-out-Geschichten angesiedelt, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Die Protagonisten in THE LAST SUMMER OF LA BOYITA sind alle noch Kinder, in ANDER sind es erwachsene Männer in den besten Jahren. Jenseits dieser Grenze sind EDIE & THEA, zwei ältere Power-Frauen, die auf ihr Leben zurückblicken; und allesamt Großmütter mit ebenso spannenden Lebensgeschichten sind die FRAUENZIMMER. Die reife MISS KICKI kämpft mit den Tücken des Internets und um die Zuneigung ihres Sohns, während die Väter von PATRIK 1,5 gegen die Bürokratie kämpfen und sich gar vor ihrem homophoben Adoptivsohn fürchten.

Im Rahmenprogramm haben wir dieses Jahr den beliebten Brunch für die Mehrarbeit in der Fleischmartkhalle geopfert, dafür laden wir Euch am Wochenende zu Kaffee und Kuchen und unter der Woche zum Verweilen, Klönen und Diskutieren ein, wo wir doch erstmals ein
geräumiges „Foyer“ zur Verfügung haben.

das Team der lesbisch-schwulen Filmtage

in Zusammenarbeit mit der

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