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vom 1. bis 6. Oktober 2013
Pageant

pageant
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Ron Davis & Stewart Halpern | USA 2008 | digital | OF | 95 Min.
Schon mal Miss Piggy in natura gesehen? Sie hat sich die Seele aus dem Leib gesungen, trotz der massigen Leibesfülle getanzt, wie man es nicht für möglich hielt. Sie hat alles für ihr Publikum gegeben, und jetzt, wo der Vorhang gefallen ist, bricht sie vor Erschöpfung fast zusammen. Aber nur fast, denn eine echte Diva bewahrt immer die Contenance und rappelt sich stolz wieder auf.

Miss Piggy gibt es natürlich nur in der Muppet-Show, aber sie ist unverkennbar das große Vorbild von Victor Parker alias Victoria „Pork Chop“ Parker. Es war sein Auftritt beim Wettbewerb zur „Miss Gay America“. Und wenn der schlichte Europäer nun denkt: Ach, ein Drag-Queen-Contest, auf dem Männer im Fummel zum Playback singen, dann hat er sich gewaltig getäuscht. In Amerika ist alles größer, schöner, bunter... und teurer. Bis zu 70.000 $ steckt da mancher in die Ausstattung der Bühnenshow, ein Heer von Tänzern, Coaches, Kostüm- und Bühnenbildnern inklusive.

PAGEANT blickt in die Proberäume, die Ateliers und die Familien der Stars, denen keine Anstrengung zu wahnsinnig scheint auf dem Weg zum Krönchen. Eingebettet in hinreißende Musicalnummern und Schminktipps aus dem Backstage, nehmen die Filmemacher auch die amerikanische Gigantomanie gehörig auf die Schippe. PAGEANT ist – das können wir mit Bestimmtheit behaupten – der schrillste und witzigste Dokumentarfilm, der je auf den Filmtagen zu sehen war.